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Kuratiert von Franz-Reinhard Habbel & Gerd Landsberg.
Aus dem Internet berichten wir jeden Sonntag über Ideen, innovative Lösungen und Zukunftsthemen für Kommunen. Wir wünschen Ihnen ein frohes und glückliches Neue Jahr 2026.

Was ist neu im Januar 2026?

Die Energiekosten sinken, die Pendlerpauschale sowie der Mindestlohn werden erhöht. Der Bundeshaushalt 2026 ermöglicht Rekordinvestitionen. Der Wehrdienst wird modernisiert. Das Rentenniveau bleibt stabil und die Aktivrente erlaubt einen steuerfreien Hinzuverdienst. Hier die Neuerungen.

Was sich 2026 in der Tech-Welt ändert: Reparatur-Regeln, E-Ausweis

Das neue Jahr bringt in der digitalen Welt einige Veränderungen. Von der Reparatur kaputter Geräte über einen digitalen Ausweis bis zur Kennzeichnung von KI. WDR-Digitalexperte Jörg Schieb über die wichtigsten Veränderungen.

Wie die Wirtschaft angekurbelt werden soll

Deutschland hofft, dass es 2026 wirtschaftlich aufwärts geht. Die Chancen stehen gut, denn das Konjunkturpaket der Bundesregierung dürfte Wirkung zeigen. Herausforderungen bleiben.

„Ich werde alles daransetzen, dass die Landkreise auch unter schwierigen Rahmenbedingungen handlungsfähig bleiben – und dass Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung dabei konsequent als Hebel für bessere Leistungen und weniger Bürokratie genutzt werden.“

Kay Ruge, Neuer Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistages

Zum Tod von Roland Schäfer

Am 1. Januar 2026 verstarb Bürgermeister a.D. Roland Schäfer, langjähriger Präsident und Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Roland Schäfer war ein geschätzter Gesprächspartner in Bund, Ländern und Kommunen, der sich insbesondere für die Stärkung und Modernisierung der Städte und Gemeinden eingesetzt hat. Mit ihm konnte ich viele Jahre erfolgreich zusammenarbeiten. In vielen internationalen Organisation hat hat er die kommunale Selbstverwaltung mit großem Engagement vertreten. Die Kommunen haben ihm viel zu verdanken. Schäfer wurde 76 Jahre alt. 

Glasfaser nutzen – Voraussetzung für Digitalisierung, Telemedizin und Zukunftsfähigkeit

Der Glasfaserausbau in Deutschland kommt voran. Inzwischen liegt Glasfaser in vielen Städten und Gemeinden bereits vor Millionen von Haushalten. Gleichwohl bleibt die tatsächliche Nutzung deutlich hinter den technischen Möglichkeiten zurück. Ein erheblicher Teil der Haushalte, bei denen Glasfaser verfügbar ist, entscheidet sich bislang gegen einen Anschluss oder nutzt weiterhin bestehende Kupfer- oder Kabelnetze. Damit droht eine zentrale Infrastruktur der digitalen Zukunft ungenutzt zu bleiben.

Glasfaser ist mehr als „schnelleres Internet“: Glasfaser ist nicht lediglich ein Komfortgewinn. Sie ist die technische Grundvoraussetzung für die nächste Stufe der Digitalisierung: stabile, symmetrische Datenübertragung, geringe Latenz, hohe Ausfallsicherheit und gleichzeitige Nutzung datenintensiver Anwendungen.Diese Eigenschaften lassen sich mit Kupfernetzen dauerhaft nicht abbilden.

Zukünftige Schlüsselanwendungen sind ohne Glasfaser nicht tragfähig: Gerade mit Blick auf die nahe Zukunft wird deutlich: Ohne Glasfaser sind zentrale gesellschaftliche und wirtschaftliche Anwendungen nicht verlässlich umsetzbar.

Dies gilt insbesondere für:

  • Telemedizin (Videosprechstunden in hoher Qualität, Telemonitoring chronisch Kranker, Fernüberwachung medizinischer Geräte),
  • Pflege und altersgerechtes Wohnen (digitale Assistenzsysteme, Notfallübertragung in Echtzeit),
  • digitale Verwaltung und vollständig medienbruchfreie Verfahren,
  • Homeoffice und hybride Arbeitsmodelle,
  • Bildung (digitale Lernplattformen, Videounterricht, KI-gestützte Lernangebote),
  • Sicherheits- und Krisenkommunikation.

Gerade Telemedizin zeigt exemplarisch: Zuverlässige medizinische Versorgung auf Distanz erfordert stabile, hochleistungsfähige Netze. Ruckelnde Bildübertragungen, Verzögerungen oder Verbindungsabbrüche sind hier nicht hinnehmbar. Glasfaser ist dafür keine Option, sondern Voraussetzung.

Zentrales Problem: fehlende Nutzung trotz Verfügbarkeit: Die Herausforderung liegt weniger im fehlenden Ausbau als in der unzureichenden Anschluss- und Nutzungsquote: Viele Bürgerinnen und Bürger unterschätzen den künftigen Bedarf. Bestehende Anschlüsse erscheinen „noch ausreichend“. Der Mehrwert von Glasfaser wird häufig nur abstrakt, nicht konkret vermittelt. Damit entsteht die Gefahr einer digitalen Scheininfrastruktur: Netze sind vorhanden, entfalten aber nicht ihre Wirkung.

Information statt Zwang: Ein Anschluss- oder Benutzungszwang ist rechtlich nicht der richtige Weg. Entscheidend ist vielmehr: Aufklärung, Verständnis für zukünftige Anwendungen und Transparenz über Vorteile und Kosten.

Notwendig sind daher gezielte, professionelle Informationskampagnen, die Glasfaser nicht technisch, sondern anwendungsbezogen erklären, den Nutzen für Gesundheit, Pflege, Alltag und Arbeit greifbar machen, sich gezielt an unterschiedliche Zielgruppen richten (Senioren, Familien, Gewerbe).

Rolle von Kommunen, Netzbetreibern und Staat: Kommunen, Netzbetreiber und Bund/Länder müssen gemeinsam handeln: Kommunen als vertrauenswürdige Vermittler vor Ort, Netzbetreiber mit klaren, verständlichen Angeboten, Bund und Länder mit koordinierten Informations- und Förderprogrammen.

Glasfaser muss als öffentliche Zukunftsinfrastruktur verstanden werden – ähnlich wie Straßen, Energie- oder Wassernetze. (Gerd Landsberg)

Dänemark baut Briefkästen ab – Senioren laufen Sturm

Mehr als 400 Jahre lang stellte die dänische Post Briefe zu. Damit ist jetzt Schluss. Die Briefkästen werden abgebaut. Doch es gibt Kritik.

Hommage an die Kommunen – der Neuanfang beginnt vor Ort

Die Probleme, mit denen Deutschland Anfang 2026 konfrontiert ist, werden nirgendwo so deutlich wie in den Kommunen. Marode Straßen und Brücken, Schulgebäude am Limit, Wohnungsmangel – vor allem in den Großstädten – und wachsende Belastungen durch den Klimawandel sind die Folge. Hinzu kommen gesellschaftliche Spannungen, die sich im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen entladen.

Die Zahlen sind alarmierend: Nach aktuellen Schätzungen summiert sich das kommunale Haushaltsdefizit auf mehr als 30 Milliarden Euro. So hoch war es noch nie. Kommunalpolitik und -verwaltung spüren als Erste, wohin die Reise geht. Genau deshalb sind sie mehr als nur Leidtragende dieser Entwicklung. Sie sind der Ort, an dem Veränderung möglich wird. Denn wer die Probleme zuerst erlebt, entwickelt auch die größte Lösungskompetenz. Die Kommunen wissen, was nicht mehr funktioniert – und was gebraucht wird. Natürlich sind kurzfristige Maßnahmen von Bund und Ländern notwendig. Eine bessere finanzielle Ausstattung der Städte, Gemeinden und Kreise etwa durch einen höheren Anteil an der Umsatzsteuer, ist erforderlich. Aber das allein reicht nicht aus.

Der entscheidende Schritt muss vor Ort passieren. Die Kommunen müssen das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen. Ein Neuanfang beginnt lokal. Die politische Denkerin Hannah Arendt hat diesen Gedanken prägnant formuliert: „Neuanfang ist keine Ausnahme, sondern eine Grundbedingung des Lebens.” Politik entsteht dort, wo Menschen handeln – im Wissen, dass der Ausgang offen ist. Genau das ist kommunale Politik im besten Sinne.

Es gibt bereits viele Beispiele, die zeigen, wie Veränderung gelingen kann. In Magdeburg etwa wird eine neue Schule ohne klassische Klassenräume gebaut. Das Lernen findet dort in offenen Lernlandschaften statt – individuell, kooperativ und zukunftsorientiert. Oft sind es solche scheinbar kleinen Schritte, die große Wirkungen entfalten.

Auch in der Verwaltung liegt enormes Potenzial. Eine stärkere kooperative Selbstverwaltung, etwa durch die Bündelung von Verwaltungsleistungen über kommunale Grenzen hinweg, kann Prozesse beschleunigen und Kosten senken. In Ostwestfalen-Lippe wird genau das bereits praktiziert. IT, Beschaffung und zentrale Verwaltungsdienste werden dort gemeinsam organisiert. Einmal entwickelte Lösungen lassen sich vielfach nutzen. Das schafft Skaleneffekte, entlastet das Personal und macht Verwaltungen schneller und widerstandsfähiger.

Der Fokus sollte nicht auf dem Ruf nach immer mehr Personal liegen, sondern auf der Frage, wie Abläufe – auch mithilfe digitaler Instrumente und Künstlicher Intelligenz – klüger organisiert werden können. Die entsprechenden Erkenntnisse liegen längst vor. Sie entstehen täglich in der Umsetzungsebene der Kommunen.

Daraus eine Bewegung zu machen – selbstbewusst, kompetent und im Schulterschluss mit Bürgerinnen, Bürgern und Wirtschaft – wäre ein kluger Neuanfang.

Die kommunalen Spitzenverbände wären gut beraten, die gelungenen Beispiele sichtbarer zu machen und aktiv in die Gesetzgebung von Bund und Ländern einzubringen. Lösungen sind das Gebot der Stunde. 

Die Kommunen sitzen am Steuer. Ohne sie gibt es keine Zukunft: Zuversicht, Empathie und Fürsorge sowie Freiheit und Gleichheit zeigen sich im Gemeinwohl in der Lokalität. Im Gemeinwohl liegt der Schlüssel zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft.

Gerade in Zeiten großer Unsicherheit gewinnt das Gemeinwohl an besonderer Bedeutung. Es ist die eigentliche Antwort Europas auf die Systeme der USA und Chinas: nicht Macht durch Marktgröße oder staatliche Kontrolle, sondern Stärke durch Zusammenhalt, Verantwortung und handlungsfähige Kommunen. Dort, wo das Gemeinwohl trägt, entsteht Resilienz – wirtschaftlich, gesellschaftlich und demokratisch. (Franz-Reinhard Habbel) 

Neues aus den Kommunalen Spitzenverbänden

DST: 2026 muss Jahr der Entlastung der Kommunen werden

DStGB: Rückblick 2025 und Ausblick der deutschen Städte und Gemeinden

DLT: Kay Ruge übernimmt Hauptgeschäftsführung des Deutschen Landkreistages

SSG-Sachsen: Kommunale Kassenstatistik III.Quartal 2025: Finanzmisere der Kommunen wird immer größer

Kopf der Woche: Zohran Mamdani, neuer Bürgermeister von New York

Buch der Woche: Ludwig Erhard - Erfahrungen für die Zukunft

Wenn über 45 Jahre nach dem Tod von Bundeskanzler Ludwig Erhard seine Erinnerungen veröffentlicht werden, ist dies eine kleine Sensation. Der Text aus dem Jahr 1976 ist eine schonungslose Abrechnung mit politischen Gegnern und falschen Freunden in der eigenen Partei. Das Skript beeindruckt aber vor allem durch eine unglaubliche Aktualität. Ludwig Erhard bezeichnet die FDP als Bremser, die jeden Koalitionspartner zur Verzweiflung bringt. Er kritisiert die Bundesneuverschuldung, beklagt übertriebenen Lobbyismus, wettert gegen die GroKo und schreibt, dass wir die Hauptlast für die Sicherheit Europas nicht den USA überlassen dürfen.

Ludwig Erhard wollte seine Erinnerungen bewusst als Erfahrungen für die Zukunft verstanden wissen: »Ich habe es in der Politik stets mit einer deutlichen Sprache gehalten. Ungenaue Umrisse, Anpassungsversuche an die Vorstellungen des politischen Gegners, sich vom Zeitgeist treiben lassen sind immer Zeichen der eigenen Schwäche. Sagen Sie den Menschen die Wahrheit, denn die Wahrheit steht auf der Seite des Rechts. Aber geben Sie ihnen auch Hoffnung, strahlen Sie Optimismus aus, haben Sie Humor. Beziehen Sie einen klaren Standpunkt und vertreten Sie ihn. Lassen Sie sich weder verdrießen noch einschüchtern. Setzen Sie Ihre ganze Kraft für das Wohl der Allgemeinheit ein. Dann wird Ihnen von ihnen neue Kraft zuströmen. Und wenn Sie mir, meine Freunde, einen Wunsch erfüllen wollen, dann den: Loben Sie nicht meine Verdienste aus der Vergangenheit, sondern nutzen Sie meine Erfahrungen für die Zukunft.«

Zahl der Woche: 36 Gläser Sekt und Co. hat jede Person ab 16 Jahren 2024 im Schnitt getrunken (Quelle: destatis)

Chatbot der Woche: Bassum und Twistringen setzen bereits KI ein

Tweet der Woche: Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Ab 5. Januar 2026 geht das Rostocker Gesundheitsamt neue digitale Wege und stellt die Belehrungen nach Paragraf 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG) „Umgang mit Lebensmittel“ vollständig auf Online-Belehrung um. https://rathaus.rostock.de/meldungen/371880

Zu guter Letzt: Tauchroboter findet 800 Kilo schwere Kugel im Bodensee - ein "alkoholischer Schatz"

Titelbild: iStock
Stadt Bergkamen
Stadt Brilon

Hinweise:

Zu den Herausgebern:
Dr. Gerd Landsberg ist Speaker & Publizist und war Hauptgeschäftsführer des DStGB
Franz-Reinhard Habbel ist Publizist & Unternehmer und war Sprecher des DStGB

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