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Kuratiert von Franz-Reinhard Habbel & Gerd Landsberg.
Aus dem Internet berichten wir jeden Sonntag über Ideen, innovative Lösungen und Zukunftsthemen für Kommunen. 

Morgen ist alles anders
Die Schlüsselwörter der neuen Erzählung heißen Kommunen und Handlungsfähigkeit

Ein Haus gerät in Schieflage, wenn das Fundament nicht mehr trägt. Irgendwann wackelt es nicht nur, sondern stürzt ein. So ist es auch mit unserem Staat. Die Kommunen sind das Fundament des öffentlichen Lebens. Sie sind die Orte der Wirklichkeit. Vor Ort entscheidet sich, ob der Staat funktioniert, ob Zusammenhalt gelingt und ob die Demokratie das Vertrauen der Menschen verdient. Hier leben die Menschen, hier arbeiten die Betriebe, hier stehen Schulen, Kitas und Krankenhäuser, hier verlaufen Straßen, Wege und Plätze. Alles, was Politik am Ende sein will, muss sich in der Kommune bewähren.

Genau dieses Fundament ist jedoch in eine gefährliche Schieflage geraten. Städte, Kreise und Gemeinden sind mit mehr als 30 Milliarden Euro verschuldet. Gleichzeitig wachsen Aufgaben, Standards, Berichtspflichten und Erwartungen immer weiter. Die Konsequenz ist fatal: Die kommunale Handlungsfähigkeit schwindet. Und mit ihr schwindet die Fähigkeit des Staates, vor Ort wirksam zu sein.

Handlungsfähigkeit ist kein technischer Begriff. Sie entscheidet darüber, ob eine Kommune noch investieren, planen, Personal gewinnen, Infrastruktur erhalten, Krisen bewältigen und Leistungen verlässlich erbringen kann. Wer den Kommunen diese Handlungsfähigkeit nimmt, schwächt nicht nur Rathäuser und Landratsämter. Er schwächt den Staat in seinem Kern.

Und doch erleben wir seit Jahren dasselbe politische Ritual: Alle sehen die Überforderung, alle kennen die Ursachen, aber niemand greift das System wirklich an. Stattdessen wird verwaltet, vertagt und beschwichtigt. „Das haben wir immer geschafft“, heißt es dann. Oder: „Da müssen wir jetzt durch.“ Doch das reicht nicht mehr. Denn jedes System erreicht irgendwann einen Punkt, an dem es nicht mehr durch kleine Korrekturen stabilisiert werden kann. Wir haben diesen Punkt erreicht.

Deshalb braucht dieses Land endlich eine neue politische Erzählung. Ihre beiden Schlüsselwörter lauten: Kommunen und Handlungsfähigkeit. Und diese Erzählung darf nicht nur in Sonntagsreden vorkommen. Sie muss zur Leitlinie politischen Handelns werden.

Bund und Länder müssen den Reformstau endlich auflösen, jedes Reformpaket braucht einen klaren kommunalen Realitätscheck. Sie müssen Vorschriften abbauen, Standards überprüfen, Zuständigkeiten neu ordnen und die kommunale Ebene finanziell so ausstatten, dass sie ihre Aufgaben tatsächlich erfüllen kann. Wer den Kommunen immer neue Pflichten überträgt, ohne für eine verlässliche Finanzierung zu sorgen, betreibt organisierte politische Selbsttäuschung. Verantwortung ohne Mittel ist keine Stärke des Staates, sondern ein Strukturfehler. Vorab stellt sich die Frage, ob neue Aufgaben auch wirklich notwendig sind. Viel wichtiger ist es, vorhandene Doppelstrukturen abzubauen. 

Dabei geht es nicht um blinden Rückbau oder populistische Zerstörungslust. Weder Motorsäge noch Nagelschere sind das richtige Werkzeug. Aber eine solide Heckenschere ist sehr wohl nötig, um das Dickicht aus Regeln, Vorgaben, Zuständigkeiten und Misstrauen endlich zurückzuschneiden. Der Staat ist nicht deshalb stark, weil er alles bis ins Kleinste regelt. Er ist stark, wenn er Prioritäten setzt, Verantwortung ermöglicht und vor Ort Lösungen zulässt.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch die andere Seite. Kommunen dürfen sich nicht darauf beschränken, immer nur nach Bund und Ländern zu rufen. Dieses Ritual ist bequem, aber es führt nicht weiter. Auch die kommunale Ebene selbst muss sich bewegen. Die eigentliche Transformation ist nicht nur digital, sondern auch kulturell. Neue Technik allein verändert gar nichts, wenn Führung, Zusammenarbeit und Verantwortungsbereitschaft in alten Mustern verharren.

Viele Verwaltungsstrukturen stammen aus einer Zeit, in der Aufgaben überschaubarer, Abläufe langsamer und Veränderungen berechenbarer waren. Diese Zeit ist vorbei. Die Herausforderungen von heute heißen Digitalisierung, Fachkräftemangel, Krisenfestigkeit, Tempo und Komplexität. Dafür sind viele Strukturen, Verfahren und Zuständigkeiten nicht ausgelegt. Wer darauf keine Antwort gibt, verwaltet den Stillstand.

Deshalb müssen auch Kommunen bereit sein, Aufgaben zu bündeln, Standards gemeinsam umzusetzen, Leistungen dort zu zentralisieren, wo es sinnvoll ist, und Verantwortung neu zu organisieren. Interkommunale Zusammenarbeit, gemeinsame Serviceeinheiten und neue Führungsmodelle sind keine technokratischen Nebenfragen. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass kommunale Selbstverwaltung unter heutigen Bedingungen zukunftsfähig bleibt. Das Projekt „Zentrale Serviceangebote für starke Kommunen (ZSA)” in Sachsen-Anhalt zeigt, in welche Richtung es gehen kann: weg vom Kirchturmdenken, hin zu gemeinsamer Stärke.

Am Ende geht es um weit mehr als nur Verwaltungsmodernisierung. Es geht um die politische Stabilität unseres Landes. Wenn Kommunen nicht mehr gestalten können, verliert der Staat vor Ort seine Wirksamkeit. Und wo staatliche Wirksamkeit schwindet, wächst das Misstrauen. Nicht abstrakt, sondern ganz konkret gegenüber Institutionen, Politik und Demokratie.

Die neue Erzählung beginnt deshalb weder in Talkshows noch in Koalitionspapieren. Sie beginnt dort, wo Menschen erleben, ob der Staat funktioniert: in den Städten, Kreisen und Gemeinden. Wer den Staat stärken will, muss die Kommunen stärken. Wer die Demokratie stärken will, muss die kommunale Handlungsfähigkeit sichern. Nur wenn wir heute aufhören, das Offensichtliche weiter zu vertagen, wird morgen alles anders. (Franz-Reinhard Habbel) 

Schnellere Digitalisierung der Verwaltung

Das Land und die Kommunen in Baden-Württemberg haben eine neue, weitreichende E-Government-Vereinbarung geschlossen. Damit soll die Digitalisierung der Verwaltung weiter beschleunigt werden.

Deutsche Bahn zahlt 156 Millionen Euro Entschädigung für Verspätungen und Zugausfälle im vergangenen Jahr

Kommt ein Fernzug allzu spät oder fällt aus, muss die Bahn ihre Gäste entschädigen. In der Bilanz für das vergangene Jahr ist das ein erheblicher Posten. Aber immer noch besser als 2024.

Bürgermeister: Statt Internet mehr Orte der Begegnung nötig

Wer kennt heute noch seine Nachbarn?»: Brandenburgs Oberbürgermeister Daniel Keip sieht im Internet-Zeitalter Nachholbedarf beim sozialen Miteinander.

Drohnenabwehr – wichtiger Schutz auch für Kommunen

Der Bundesrat hat am 6. März 2026 der Reform des Luftsicherheitsgesetz zugestimmt. Damit werden die rechtlichen Voraussetzungen verbessert, um auf zunehmende Drohnenflüge über sensiblen Bereichen reagieren zu können. Hintergrund ist, dass seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine deutlich mehr unbemannte Fluggeräte über kritischer Infrastruktur in Deutschland beobachtet wurden.

Kern der Reform ist eine klarere Regelung der Zusammenarbeit zwischen Ländern und Bundeswehr. Künftig können die Länder bei der Drohnenabwehr in einem vereinfachten und schnelleren Verfahren Unterstützung durch die Bundeswehr anfordern. Über einen entsprechenden Einsatz entscheidet dann unmittelbar das Bundesministerium der Verteidigung. In eng begrenzten Ausnahmefällen kann die Bundeswehr auch Drohnen abschießen – allerdings nur, wenn dadurch ein besonders schwerer Unglücksfall verhindert werden kann. Grundsätzlich bleibt die Gefahrenabwehr weiterhin Aufgabe der Polizeibehörden der Länder.

Neben der Drohnenabwehr enthält das Gesetz auch strengere Regeln für den Schutz von Flughäfen. Wer künftig vorsätzlich unbefugt in den Sicherheitsbereich eines Flughafens eindringt und dadurch den Luftverkehr gefährdet, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Hintergrund sind wiederholte Störaktionen auf Flughafengeländen in den vergangenen Jahren.

Die Reform ist ein wichtiger Schritt, der auch aus kommunaler Sicht zu begrüßen ist. Drohnen stellen längst nicht mehr nur für militärische Einrichtungen oder große Industrieanlagen ein Risiko dar. Auch große kommunale Veranstaltungen – etwa Stadtfeste, Konzerte oder Weihnachtsmärkte – können grundsätzlich Ziel von Drohnenangriffen oder -störungen werden. Angesichts großer Menschenansammlungen können bereits kleine unbemannte Fluggeräte erhebliche Gefahren auslösen.

Umso wichtiger ist es, dass der Staat über klare rechtliche Instrumente verfügt, um im Ernstfall schnell reagieren zu können. Die jetzt beschlossene Gesetzesänderung schafft dafür eine bessere Grundlage.

Allerdings darf es nicht bei der gesetzlichen Neuregelung bleiben. Nun sind vor allem die Länder gefordert, konkrete Schutz- und Einsatzkonzepte für den Umgang mit Drohnenlagen zu entwickeln. Dazu gehören klare Zuständigkeiten, technische Fähigkeiten zur Drohnenerkennung sowie abgestimmte Verfahren zwischen Polizei, Katastrophenschutz und Bundeswehr.

Für Städte und Gemeinden ist entscheidend, dass sie bei der Planung und Sicherung größerer Veranstaltungen auf verlässliche staatliche Strukturen zurückgreifen können. Die Reform des Luftsicherheitsgesetzes ist deshalb ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit – auch im kommunalen Raum. (Gerd Landsberg)

Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider tritt zurück

Nach anderthalb Jahren im Amt hat die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider ihren Rücktritt angekündigt. Sie gebe ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen auf.

Bundesregierung will KI-Kapazitäten vervierfachen

Mit neuen Anreizen und mehr Nachhaltigkeit soll Deutschland als Datenstandort in Europa gestärkt werden. Was das für Gemeinden und Unternehmen bedeutet. Die vollständige Rechenzentrumsstrteagie finden Sie hier.

Deutschlands Rechenzentren: Leistung, Lage, internationaler Vergleich CEO.Table

KI-Hoffnung in Europa: Vier Thesen von Mistral-Gründer Arthur Mensch

Weniger Bürokratie und eigene Alternativen zu US-Anbietern: So kann Europa bei KI souverän werden, sagt Mistral-Mitgründer Arthur Mensch. Entscheidend sei, Abhängigkeiten zu vermeiden und den Mut zur eigenen technologischen Stärke zu haben. 

Der Stromhunger der KI

Künstliche Intelligenz kann Energieeffizienz und Klimaschutz unterstützen – verbraucht aktuell aber selbst enorme Mengen Strom. Lässt sich der Energieverbrauch senken, um KI wirklich nachhaltig zu machen?

Staatliche Kommunikation im Dilemma: Behörden auf X haben viel Risiko und wenig Reichweite 

Bundesregierung und Ministerien rechtfertigen ihre Präsenz auf X mit Informationsauftrag, Reichweite und dem Kampf gegen Desinformation. Unsere Reichweitenanalyse zeigt jedoch: Viele Behördenaccounts erzielen nur geringe Sichtbarkeit; selbst große Followerzahlen sagen auf X wenig über tatsächliche Aufmerksamkeit aus. 

Neues aus den Kommunalen Spitzenverbänden

DST: Bund muss Milliarden-Soforthilfe für Kommunen schon im nächsten Bundeshaushalt einplanen

DLT: Landkreise tauschen sich mit Ostbeauftragter der Bundesregierung aus

GStBRLP: Was kommt nach der Wahl?

SSG-Sachsen: Nicht mehr kostendeckend: Bund erhöht Druckkosten für Personalausweise

NWStGB: Bundes-Sondervermögen: "Das grundlegende Problem ist nicht gelöst"

StGBST: Spitzengespräch mit Ministerpräsidenten Sven Schulze zur Zukunft der Städte, Gemeinden und Verbandsgemeinden in Sachsen-Anhalt: Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt fordert verlässliche Partnerschaft von der Landesregierung

StVSH: 5. Städtekongress des Städteverbandes Schleswig-Holstein in Neumünster


Kopf der Woche: Matthias Hundt ist neuer Chief Digital Officer für Berlin

Buch der Woche: München 38 - Die Welt am Scheideweg von Christian Goeschel und Daniel Hedinger
München 38 steht für Appeasement gegenüber Aggressoren. Denn auf der Münchner Konferenz gaben Chamberlain und Daladier den Drohungen Hitlers nach und ließen die Tschechoslowakei im Stich. Knapp ein Jahr später begann dennoch der Zweite Weltkrieg. Daniel Hedinger und Christian Goeschel erzählen die Geschichte der dramatischen drei Tage im September 1938, an denen die Welt den Atem anhielt, und betten sie ein in die globale Geschichte der Vorkriegszeit. Dabei wird deutlich, wie viel uns die Ereignisse von München auch heute noch zu sagen haben. In den letzten Septembertagen des Jahres 1938 lag Krieg in der Luft. Die Konferenz in München, der Hauptstadt der NS-Bewegung, war ein letzter, verzweifelter Versuch Frankreichs und Großbritanniens, den Frieden in Europa und damit der Welt zu retten. München ist seitdem ein globaler Erinnerungsort. Doch wurde er bislang zu sehr aus einer rein europäischen Perspektive betrachtet. Dies übersieht die globalen Hintergründe und Auswirkungen der Konferenz. Der Aufstieg des Faschismus hatte vorher bereits die bestehende Weltordung in Frage gestellt. Erst vor diesem Hintergrund konnte Hitler seine Expansion vorantreiben. Die Welt schaute zudem sehr genau auf die Ereignisse von München und zog ihre Lehren daraus. Und so schwächte das Zurückweichen vor Hitler die demokratischen Abwehrkräfte im Inneren und ermunterte die aggressiven Mächte zu weiterer Expansion - in Europa ebenso wie im Rest der Welt. Auch deshalb ist München 38 ein Menetekel für unserer Zeit.

Zahl der Woche: 3,1 %der im Jahr 2024 Geborenen waren Mehrlingskinder (Quelle destatis)

Chatbot der Woche: Landkreis Barnim startet KI-Chatbot auf seiner Internetseite

Tweet der Woche: Landkreis Verden

Unter dem Titel „Zeit für Neues?!“ veranstaltet die Koordinierungsstelle Frau und Wirtschaft #LandkreisVerden ab dem 06.05.2026 einen Kurs für Frauen, die wieder erwerbstätig werden möchten oder sich beruflich verändern wollen.

Zu guter Letzt: Finnen sind am glücklichsten - Deutsche machen im globalen Glücksranking Sprung nach vorn

Bilder Ki-generiert

Hinweise:

Zu den Herausgebern:
Dr. Gerd Landsberg ist Speaker & Publizist und war Hauptgeschäftsführer des DStGB
Franz-Reinhard Habbel ist Publizist & Unternehmer und war Sprecher des DStGB

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