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Kuratiert von Franz-Reinhard Habbel & Gerd Landsberg.
Aus dem Internet berichten wir jeden Sonntag über Ideen, innovative Lösungen und Zukunftsthemen für Kommunen. 

Weniger kann mehr sein  – für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung

Wenn 100 Menschen zum Arzt gehen, erhalten in den Niederlanden nur etwa 40 bis 50 ein Rezept – in Deutschland dagegen 70 bis 80. Dieser Unterschied steht für zwei unterschiedliche Systeme: hier oft schnelle Verordnung, dort ein bewusster, zurückhaltender Umgang mit medizinischen Maßnahmen.

Die Niederlande setzen stärker auf klare Leitlinien, eine konsequente Steuerung über Hausärzte und das Prinzip „erst beobachten, dann behandeln“. Das ist keine schlechtere Medizin – im Gegenteil: Es ist häufig die klügere. Denn nicht jede Beschwerde braucht sofort Medikamente, nicht jede Erwartung muss automatisch erfüllt werden.

Deutschland gibt gleichzeitig deutlich mehr Geld pro Einwohner für Gesundheit aus als die Niederlande – ohne dass die Ergebnisse entsprechend besser sind. Das zeigt: Mehr Einsatz bedeutet nicht automatisch mehr Nutzen.

Der entscheidende Punkt ist aber ein anderer: Ein nachhaltiges Gesundheitssystem funktioniert nur mit mehr Eigenverantwortung der Menschen. Wer bei jeder Erkältung sofort Medikamente erwartet, wer für jedes Unwohlsein eine ärztliche Behandlung einfordert, treibt das System an seine Grenzen. Medizin ist kein Vollkaskoprodukt ohne Mitwirkung.

Eigenverantwortung heißt: Beschwerden einschätzen lernen, einfache Erkrankungen selbst auskurieren, ärztliche Hilfe gezielt in Anspruch nehmen – und auch akzeptieren, dass Nicht-Behandlung oft die bessere Behandlung ist.

Wenn wir diesen Kulturwandel nicht schaffen, werden die Gesundheitskosten weiter aus dem Ruder laufen. Dann drohen steigende Beiträge, Leistungskürzungen und eine zunehmende Überforderung des Systems.

Deshalb gilt: Weniger unnötige Medizin ist nicht Verzicht – sondern Voraussetzung dafür, dass unser Gesundheitssystem auch morgen noch leistungsfähig und bezahlbar bleibt. (Gerd Landsberg)

Klingbeil will eine Milliarde jährlich für Länder und Kommunen 

Vielerorts haben sich Gemeinden so stark verschuldet, dass kaum noch Geld für wichtige Alltagsdienste wie Kitas, Busse oder Bahnen bleibt. Finanzminister Lars Klingbeil plant Abhilfe.

RLP-Kommunen verbuchen Rekorddefizit

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat sich das Defizit der Städte, Kreise und Gemeinden in RLP 2025 im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Niedersachsen und Burgwedel tauschen Straßen: Stadt plant umfassende Sanierungsarbeiten

Nach jahrelanger Planung haben das Land Niedersachsen und die Stadt Burgwedel Straßen getauscht. Mit diesem Schritt soll der Durchgangsverkehr umgeleitet und der Ortskern umgestaltet werden. Die Stadt plant jetzt umfassende Sanierungsarbeiten.

Bürokratie nimmt aus Sicht der Bürger gefühlt eher zu als ab

Digitalministerium, Vereinfachung - die Koalition hat versprochen, die Belastung durch überflüssigen Papierkram drastisch zu reduzieren. Noch spüren die meisten Menschen in Deutschland davon nichts.

Für den Igelschutz: Städtetag will Nachtfahrverbot für Mähroboter 

Nachts wuselt es im Garten: Viele Kleintiere sind dann am aktivsten - und Mähroboter stellen für sie eine tödliche Gefahr dar. Die Forderung nach einem Verbot wird lauter.

Standort gegen den Willen der Bürger?

Rechenzentren sind eines der wenigen Wachstumsfelder der deutschen Wirtschaft. In Brandenburg sind besonders viele geplant. Das Land will einen Spitzenplatz in dieser Kategorie erobern. Doch es gibt auch Widerstände. Dazu auch ein Betrag von Franz-Reinhard Habbel in KOMMUNAL.

Künstliche Intelligenz: Ein digitaler Vertrauter gegen Einsamkeit? 

KI hilft uns, wenn wir Infos für Schule oder Job suchen oder schnellen Rat im Alltag brauchen. Aber kann Künstliche Intelligenz auch ein enger Vertrauter werden oder gegen Einsamkeit helfen? Aktuelle Umfragen zeigen: Viele empfinden die KI wie eine digitale Bezugsperson.

Digitalisierung der Verwaltung kommt weiter nur schleppend voran

Aktuelle Auswertungen zeigen, dass die Umsetzung digitaler Verwaltungsleistungen weiterhin deutlich hinter den Zielen zurückbleibt: Nur ein kleiner Teil der Leistungen ist bundesweit vollständig online verfügbar. Als Hauptprobleme gelten fehlende Standardisierung und zu geringe Übernahme bestehender Lösungen zwischen Kommunen. Dazu eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Bund setzt stärker auf zentrale Plattformen für Kommunen

Die Bundesregierung treibt den Aufbau zentraler digitaler Infrastrukturen voran, darunter gemeinsame Plattformen und Basiskomponenten für Bund, Länder und Kommunen. Diese sollen Standardisierung, schnellere Umsetzung und bessere Zusammenarbeit ermöglichen – insbesondere bei Online‑Services und digitalen Verwaltungsverfahren. 

NRW: Flächendeckend KI bei Steuererklärungen

NRW setzt Künstliche Intelligenz bei der Bearbeitung von Steuererklärungen ein. So sollen Bürger ihre Bescheide schneller erhalten – und Finanzämter mehr Zeit für komplexe Fälle gewinnen.

Schleswig-Holstein: KI-gestütztes Überwachungssystem wird in der Kieler Förde getestet

Das Fraunhofer CML hat mit Unterstützung der Gemeinde in Strande das selbst entwickelte Überwachungssystem aufgebaut.

Zentrale Service - Angebote für starke Kommunen

Mit den Zentralen Service-Angeboten sollen in Sachsen-Anhalt IT-Dienste und Fachverfahren gebündelt und zusammengeführt werden - während die Anträge und Bescheide aber weiter über die Kommunen laufen. Wie das Modell in die Fläche gebracht werden soll, erklärt Staatssekretär und CIO Bernd Schlömer im eGovernment-Podcast „Unbürokratisch“ ➡️ https://lnkd.in/dR4-rTmV

Zurück in die analoge Zukunft?

Was ist mit den Deutschen los? Die Industrienation sucht ihren Weg in das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Wie so oft bei tiefgreifenden technologischen Umbrüchen zeigt sich eine Pendelbewegung: Zunächst überwiegen Neugier, Experimentierfreude und der Blick auf neue Chancen. Dann schlägt das Pendel zurück. Das Beharrungsvermögen ist groß, die Unsicherheit wächst, die Risiken erscheinen schwer kalkulierbar. Man wartet lieber ab. Schließlich ist es bisher auch ohne KI gegangen. Und wenn der Wandel Unbehagen auslöst, folgt schnell der Ruf nach mehr Regulierung – mit der Folge, dass Innovationen ausgebremst werden.

Dabei steht außer Frage: Die digitale Transformation schreitet voran. Unternehmen organisieren ihre Abläufe längst vollständig digital und hoch effizient. Mit dem Einsatz von KI wird sich diese Entwicklung weiter beschleunigen. Auch im Alltag ist das längst spürbar. Rechnungen, Bescheide und Informationen kommen per E-Mail oder über digitale Plattformen. Immer mehr Papier verschwindet aus der Kommunikation.

Gleichzeitig wächst das Unbehagen. Denn mit der Ausbreitung von KI nehmen auch Zweifel an der Verlässlichkeit digitaler Inhalte zu. Fake News, Deepfakes und automatisiert erzeugte Botschaften verunsichern. Mit wem kommuniziere ich eigentlich gerade – mit einem Menschen oder mit einer Maschine? Sind Bilder und Videos noch Ausdruck von Wirklichkeit oder nur perfekt erzeugte Simulation? Paul Watzlawicks alte Frage erhält neue Aktualität: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Genau hier setzt eine bemerkenswerte Gegenbewegung ein. Eine aktuelle Studie des Vodafone Instituts zum KI-Zeitalter zeigt, wie stark die Sorge vor Manipulation und Desinformation wächst. Zugleich steigt die Wertschätzung für redaktionell verantwortete, von Menschen geprüfte Inhalte. Das ist eine gute Nachricht. Denn es zeigt: In einer zunehmend synthetischen Informationswelt gewinnen Glaubwürdigkeit, Einordnung und journalistische Verantwortung wieder an Bedeutung.

Auch bei jungen Menschen gibt es Hinweise auf ein Umdenken. Digitale Angebote bleiben selbstverständlich Teil ihres Alltags. Doch zugleich wächst der Wunsch nach persönlichem Austausch, nach realen Begegnungen und nach einem bewussteren Umgang mit permanenter Online-Präsenz. Das ist weniger eine Absage an das Digitale als eine Reaktion auf seine Überdehnung.

Heißt das nun, dass die Zukunft wieder auf Papier liegt? Wohl kaum. Die eigentliche Entwicklung verläuft nicht zwischen analog und digital, sondern zwischen vertrauenswürdiger und nicht vertrauenswürdiger Kommunikation. Auch Papier ist nicht per se glaubwürdig. Auch Briefe können täuschen, auch gedruckte Informationen können gefälscht sein. Vertrauen entsteht nicht durch das Medium allein.

Für Staat und Verwaltung liegt genau darin die eigentliche Herausforderung. Die Antwort kann nicht in einer Rückkehr zur analogen Welt bestehen. Sie liegt vielmehr in einer digitalen Kommunikation, die verlässlich, nachvollziehbar und transparent ist. Bürgerinnen und Bürger müssen erkennen können, von wem eine Nachricht kommt, welchem Zweck sie dient und warum sie glaubwürdig ist.

Gerade für Kommunen eröffnet sich hier eine besondere Chance. Durch ihre Nähe zu den Menschen können sie Vertrauen in digitale Verwaltungsangebote stärken. Wenn digitale Kommunikation verständlich, bürgernah und transparent gestaltet wird, überwiegen ihre Vorteile deutlich: mehr Tempo, mehr Service, mehr Zugänglichkeit. Die Zukunft ist deshalb nicht analog. Aber sie verlangt mehr von der digitalen Welt: mehr Glaubwürdigkeit, mehr Transparenz und mehr menschliche Verantwortung. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche analoge Zukunft unserer digitalen Gesellschaft. (Franz-Reinhard Habbel) 

Neues aus dem Kommunalen Spitzenverbänden

DST: Vorschlag des Bundesfinanzministers bringt keine ausreichende Entlastung

DLT: Landkreistag kritisiert Klingbeils Finanzspritze

GStBRLP: Kommunalfinanzen weiter auf Talfahrt – Defizit übersteigt Milliardengrenze

GtBW: „Kommunalfinanzen am Kipppunkt“

HST: Wohnen nach dem Frauenhaus – Hessischer Städtetag unterzeichnet Letter of Intent

StRLP: Kommunale Spitzenverbände setzen fünf kommunale Schwerpunkte für die Koalitionsverhandlungen

Kopf der Woche: Marco Anschütz ist neuer CIO des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Buch der Woche: Das unersättliche Selbst - Phänomenologie des Narzissmus von Thomas Arnold und Thomas Fuchs

Narzissmus ist allgegenwärtig – als Modewort, moralischer Vorwurf, Gesellschaftsdiagnose oder klinischer Befund. Doch was verbirgt sich dahinter? Und warum sind narzisstische Menschen nicht zufriedenzustellen – unersättlich? Thomas Arnold und Thomas Fuchs entwerfen in ihrem grundlegenden Buch eine neue, phänomenologisch-existenziale Sicht des Narzissmus. Das narzisstische Selbst- und Weltverhältnis erweist sich hier als Ausdruck einer existenziellen Leere: eines leiblich gespürten Mangels an Selbstwert, der durch äußere Bestätigung, Attraktivität oder Macht nie dauerhaft gestillt werden kann.

Zugleich ist der Narzissmus ein Spiegel der spätmodernen Seele, und gerade in einer Kultur der Individualisierung – von Social Media bis Therapie, von Echo bis Instagram – gilt es zu verstehen, warum Bestätigung von außen niemals satt macht. Arnold und Fuchs führen philosophische, soziologische, psychologische und psychodynamische Erkenntnisse zusammen, um zu einem tieferen Verständnis für die Strukturen narzisstischer Subjektivität in Individuum und Gesellschaft zu gelangen. Gibt es auch gesunden Narzissmus? Wieso sind echte Begegnungen für Narzissten so schwierig? Und was haben Virtualität, Verschwörungstheorien und extreme Politik mit Narzissmus zu tun? Ein hochaktuelles Buch, das uns den Spiegel vorhält.

Zahl der Woche: 3,1Jahre liegen im Mittel zwischen der Geburt des ersten und des zweiten Kindes (Quelle: destatis)

Chatbot der Woche: Chatbot Lio der Stadt Braunschweig

Tweet der Woche: Hanse- und Universitätsstadt Rostock

Rostock hat seit dem 1. April ein neues Drug-Checking-Angebot. Im Gesundheitsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock können Konsumentinnen und Konsumenten ihre Substanzen anonym und kostenfrei analysieren lassen. https://rathaus.rostock.de/meldungen/374950

Zu guter Letzt: Tierrettung mit Happy End: Pferd stürzt in Oberbayern in Pool – Kran hebt Tier aus Wasser

Image by Sasin Tipchai from Pixabay
Image by Alexandra_Koch from Pixabay

Hinweise:

Zu den Herausgebern:
Dr. Gerd Landsberg ist Speaker & Publizist und war Hauptgeschäftsführer des DStGB
Franz-Reinhard Habbel ist Publizist & Unternehmer und war Sprecher des DStGB

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