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Links für Kommunalpolitiker:innen
 
Kuratiert von Franz-Reinhard Habbel & Gerd Landsberg.
Aus dem Internet berichten wir jeden Sonntag über Ideen, innovative Lösungen und Zukunftsthemen für Kommunen. 

Berliner Appell der 294 Landkreise: Heimat gestalten. Zukunft sichern

Die 294 deutschen Landkreise fordern von Bund und Ländern ein sofortiges und entschlossenes Handeln. Die Haushalte der Landkreise, Städte und Gemeinden haben das Jahr 2025 erneut mit einem Rekorddefizit von ca. 30 Milliarden Euro abgeschlossen, die Rücklagen sind vielerorts aufgebraucht, Investitionen in Kitas, Schulen, Straßen oder den ÖPNV brechen ein, Kassenkredite steigen in bedrohlichem Maße - bei Landkreisen besonders stark - und freiwillige Leistungen, die kommunale Selbstverwaltung lebendig hatlen, müssen gestrichen wrden. Auf der Landkreisversammlung in der vergangenen Woche wurde dazu ein Forderungspapier verabschiedet. 

Bund und Länder steuern auf Einigung bei Finanzreform zu 

Seit einem Jahr ringen Bund und Länder um eine neue finanzielle Lastenverteilung. Nun zeichnet sich ein Kompromiss ab. Kanzler und Ministerpräsidenten könnten sich noch diesen Monat einigen.

Mehrheit der Deutschen will Gesetz zur Politiker-Beleidigung beibehalten

Über den Beleidigungsparagrafen 188 im Strafgesetzbuch wird trefflich gestritten. Doch die Mehrheit der Deutschen scheint gar nicht auf Veränderung aus zu sein.

Neues Gemeinsames Europäisches Asylsystem GEAS in Kraft getreten

In der Europäischen Union ist das neue "Gemeinsame Europäische Asylsystem" GEAS in Kraft getreten. Über die Reform war jahrelang verhandelt worden.

Wo es sich am glücklichsten lebt

Die Lebenszufriedenheit in Deutschlands Großstädten ist spürbar gestiegen. Nahezu alle 40 Städte im Ranking verzeichnen Zuwächse, nur wenige verlieren. Besonders gut schneiden kleinere Städte ab, die familiär, beschaulich, sicher und grün geblieben sind. Großstädte mit über 400.000 Einwohnern liegen dagegen tendenziell zurück – trotz höherem Wohlstand. In reicheren Städten sind die Menschen kaum zufriedener als in ärmeren. Entscheidend für hohes Lebensglück ist eine ausgeglichene Zufriedenheitsverteilung. Wo das Gefälle zwischen Hoch- und Unzufriedenen groß ist, leidet das Glücksniveau der ganzen Stadt. Kassel führt das Ranking erneut an, während Rostock abgeschlagen das Schlusslicht bildet.

Wie Bodycams und mehr Personal die Zug-Sicherheit erhöhen – und wo Probleme bleiben

Immer wieder gibt es gewaltsame Übergriffe auf Kundenbetreuer der Bahn. Verbesserte Technik und doppelte Besetzungen können in kritischen Situationen helfen, wie erste Projekte zeigen. Aber reicht das aus?

Gotha startet bundesweit einzigartiges Pilotprojekt für schnelleren Glasfaserausbau

Der Glasfaserausbau in Gotha soll durch ein neues Pilotprojekt von Stadt und Telekom deutlich schneller, effizienter und bürgerfreundlicher werden. Vereinfachte Genehmigungen, moderne Bauverfahren und ein gemeinsames Projektbüro sollen den Ausbau von Glasfaseranschlüssen für rund 24.000 Haushalte und Unternehmen beschleunigen.

Keine Denkverbote bei Reformen der Sicherungssysteme im Alter!

Die Zahlen sind beeindruckend: Für die gesetzliche Rentenversicherung werden in Deutschland inzwischen jedes Jahr rund 400 Milliarden Euro ausgezahlt. Davon stammen mehr als 130 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt. Hinzu kommen die Versorgungsausgaben für ehemalige Beamte von Bund, Ländern und Kommunen, die inzwischen bei rund 100 Milliarden Euro jährlich liegen. Insgesamt fließen damit jedes Jahr rund eine halbe Billion Euro in Renten und Pensionen – Tendenz steigend.

Gleichzeitig verändert sich die Bevölkerungsstruktur grundlegend. Immer weniger Erwerbstätige müssen die Versorgung von immer mehr Rentnern und Pensionären finanzieren. Die geburtenstarken Jahrgänge treten in den Ruhestand ein, während die Zahl der Beitrags- und Steuerzahler nur noch langsam wächst und in vielen Regionen sogar zurückgeht.

Vor diesem Hintergrund muss eine Debatte geführt werden, die bislang häufig gescheut wird: Ist es noch zeitgemäß, Renten und Pensionen dauerhaft an die Lohnentwicklung zu koppeln oder wäre ein jährlicher Inflationsausgleich akzeptabel?

Angenommen, die Inflation liegt langfristig bei rund zwei Prozent, die Löhne steigen jedoch um drei bis vier Prozent jährlich. Dann wächst die Differenz Jahr für Jahr. Was zunächst nach einem kleinen Unterschied aussieht, entwickelt sich über die Zeit zu einer enormen Belastung für die öffentlichen Haushalte und die Sozialversicherungen.

Würden Renten und Pensionen lediglich entsprechend der Inflationsrate angepasst, bliebe die Kaufkraft der Betroffenen vollständig erhalten. Gleichzeitig würden die Ausgaben deutlich langsamer steigen. Nach zehn Jahren könnte die jährliche Entlastung bereits bei mehreren zehn Milliarden Euro liegen. Nach zwanzig Jahren wären Einsparungen von deutlich über 50 Milliarden Euro pro Jahr realistisch. Das entspräche mehr als dem gesamten Jahresetat vieler Bundesministerien.

Dieses Geld würde dringend benötigt – für Bildung, Infrastruktur, Digitalisierung, Verteidigung, Katastrophenschutz, Wohnungsbau oder die Modernisierung der Kommunen. Gerade Städte und Gemeinden leiden heute unter einem Investitionsstau von von über 200 Milliarden Euro.

Niemand spricht davon, Rentnerinnen und Rentnern oder Versorgungsempfängern etwas wegzunehmen. Wer die Anpassung an die Inflationsrate knüpft, sichert die Kaufkraft. Niemand müsste reale Einbußen hinnehmen. Es ginge lediglich darum, dass die Leistungen nicht dauerhaft stärker wachsen als die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes.

Das mag unpopulär sein. Aber Politik darf sich nicht darauf beschränken, angenehme Wahrheiten auszusprechen. Der demographische Wandel zwingt uns dazu, die langfristige Finanzierbarkeit unserer Sozialsysteme neu zu bewerten.

Wer dauerhaft immer höhere Leistungen verspricht, obwohl die Zahl der Beitrags- und Steuerzahler zurückgeht, weckt Erwartungen, die auf Dauer nicht erfüllt werden können. Verantwortung bedeutet, rechtzeitig gegenzusteuern, bevor die Handlungsspielräume des Staates vollends aufgezehrt werden.

Die zentrale Frage lautet: Wie können wir mit immer weniger Erwerbstätigen immer mehr Versorgungsempfänger finanzieren? Wer diese Frage ernst nimmt, kommt an einer offenen Diskussion über die künftige Anpassung von Renten und Pensionen nicht vorbei.

Deshalb gehört die Orientierung an der Inflationsrate auf die politische Tagesordnung – nicht als Kürzungsprogramm, sondern als Beitrag zu mehr Generationengerechtigkeit und zur Sicherung eines handlungsfähigen Staates. Notwendig sind zusätzliche Bausteine wie eine längere Lebensarbeitszeit , mehr Betriebsrenten und die staatlich geförderte Eigenvorsorge. (Gerd Landsberg)

Diese 16 Städte könnten vom Fernverkehr der Deutschen Bahn abgehängt werden

Berlin. Durch den Einstieg des italienischen Unternehmens Italo könnte es zu Verschlechterungen im deutschen Fernverkehr kommen, warnt die Gewerkschaft EVG.

Bundesregierung legt Entwurf für neue Düngeregeln vor

In einem mehrstufigen Verfahren soll das Düngerecht neu geordnet werden. Ein erster Schritt sieht die Senkung der Nährstoffbelastung durch Düngemaßnahmen vor.

Neues aus dem Kommunalen Spitzenverbänden

DST:  Hitzeschutz und Hitzevorsorge in den Städten

DStGB: DStGB zeichnet gemeinsame Erklärung „Bestes Netz für Deutschland“

DLT: Die 294 deutschen Landkreise: Kreistage, Landrätinnen und Landräte 2026

GtBW: BW-Kommunalbarometer 2026: Kommunen sehen grundlegende Reformen als unausweichlich - Handlungsfähigkeit sichern, Haushalte stabilisieren

HSGB: Mitgliederversammlung des HSGB am 17.09.2026 in Weilburg

HST: Städte erwarten von den Kirchen deutlich mehr personelle und finanzielle Beteiligung an sozialen Aufgaben

NST: Städtetag: Brüssel sabotiert Stadtentwicklung

STRLP: Spargesetz der Bundesregierung gefährdet die Versorgung mit Gesundheitsleistungen in Rheinland-Pfalz 

Kopf der Woche: Ronja Kemmer ist Chief Digital Officer der Landesregierung im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa

Buch der Woche:Die Zukunft des Fußballs - Wie KI und Big Data den Fußball verändern von Tobias Escher

 Tobias Escher zeigt, dass im Fußball eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Längst haben KI-Modelle und die Auswertung riesiger Datenberge Einzug gehalten in das Daily Business der großen Clubs. Es geht um viel Geld, die immer wichtiger werdende Rolle der Datenanalysten, die Jagd nach den perfekten Spielern und die schwindende Entscheidungsmacht der Trainer.Jede Bewegung, jede Ballberührung, jeder Zentimeter des Platzes wird inzwischen im Fußball vermessen, analysiert und von KI-Systemen ausgewertet. In Sekundenbruchteilen wird das Spielgeschehen analysiert und die Bewegungen und der Fitnessstatus der Spieler auf dem Feld ausgewertet. Während Klubs viel Geld an Daten-Firmen bezahlen, um den Erfolg auf dem Rasen zu maximieren, unterhält die internationale Elite längst eigene Analyseabteilungen, die helfen sollen, die größten Talente auf der Welt zu identifizieren, ehe die Konkurrenz sie wegschnappt. Am Ende wartet die große Frage: Lässt sich der Fußball mithilfe von Daten, Zahlen und KI-Modellen entschlüsseln? Wie funktionieren die Modelle, die den Blick auf den Fußball revolutionieren? Und wie wichtig bleibt der Faktor Mensch? Tobias Escher zeigt die Möglichkeiten und Schattenseiten des neuen datengetriebenen Profifußballs, was hinter den Kulissen passiert und wie sich die Klubs auf die Zukunft einstellen.

Zahl der Woche: 8 900 Deutsche zogen 2025 in die Vereinigten Staaten (Quelle destatis)

Chatbot der Woche: KI auf Stadt-Homepage: Frankenberg will Service verbessern

Tweet der Woche: Landkreistag

"Wir häufen riesige Schuldenberge an", so Kay Ruge, Hauptgeschäftsführer Landkreistag, zur Finanznot in Kommunen. Es brauche "eine deutliche Soforthilfe in Milliardenhöhe" und "keine neuen Belastungen".

Zu guter Letzt: Glück im Unglück: Schafherde verirrt sich und bremst Zug aus

Bild: DLT
Pixabay

Hinweise:

Zu den Herausgebern:
Dr. Gerd Landsberg ist Speaker & Publizist und war Hauptgeschäftsführer des DStGB
Franz-Reinhard Habbel ist Publizist & Unternehmer und war Sprecher des DStGB

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