Motorräder – ein wichtiger Baustein für die öffentliche Sicherheit
Die Anforderungen an die öffentliche Sicherheit und den Bevölkerungsschutz verändern sich grundlegend. Extremwetterereignisse, Hochwasser, Waldbrände, lang andauernde Stromausfälle, Cyberangriffe oder großflächige Verkehrsstörungen zeigen, dass Einsatzkräfte künftig noch flexibler und schneller reagieren müssen. Gleichzeitig gewinnt die zivile Verteidigung und die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Kommunen sowie Hilfsorganisationen zunehmend an Bedeutung. Dafür brauchen wir moderne, robuste und kosteneffiziente Einsatzkonzepte.
Motorräder und andere motorisierte Zweiräder können dabei eine deutlich größere Rolle spielen als bisher. Sie sind schnell, wendig und unabhängig von Staus. Selbst bei beschädigter Infrastruktur oder blockierten Straßen erreichen sie Einsatzorte häufig wesentlich schneller als größere Fahrzeuge. Gerade in den ersten Minuten einer Lage können sie wertvolle Zeit gewinnen.
Bereits heute setzen verschiedene Organisationen Motorräder erfolgreich ein. Polizei, Rettungsdienste, Hilfsorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz oder der ADAC nutzen Motorradstaffeln für die schnelle Erkundung, medizinische Erstversorgung, Verkehrslenkung oder die Begleitung von Einsätzen. Dieses Potenzial sollte konsequent weiterentwickelt und stärker in die kommunalen Gefahrenabwehr- und Katastrophenschutzkonzepte integriert werden.
Ein besonders wichtiger Einsatzbereich ist die Kommunikation. Bei großflächigen Stromausfällen oder dem Ausfall digitaler Kommunikationsnetze können Motorradkuriere Nachrichten, Einsatzbefehle oder wichtige Informationen zuverlässig zwischen Einsatzleitungen, Behörden und kritischen Einrichtungen transportieren. Damit erhöhen sie die Widerstandsfähigkeit unseres Bevölkerungsschutzes erheblich.
Auch die Kommunen können von motorisierten Zweirädern profitieren. Elektroroller oder leichte Einsatzmotorräder eignen sich hervorragend für den kommunalen Ordnungsdienst. Sie ermöglichen eine schnelle Präsenz im Stadtgebiet, verbessern die Erreichbarkeit von Einsatzorten und erleichtern den direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern. Die Kommunikation erfolgt häufig unkomplizierter und niederschwelliger als aus einem Dienstfahrzeug heraus.
Mit den neuen rechtlichen Möglichkeiten zur digitalen Überwachung des ruhenden Verkehrs eröffnen sich weitere Einsatzfelder. Scanfahrzeuge können künftig Parkverstöße effizient erfassen. Ergänzend könnten Elektroroller eingesetzt werden, um besonders kritische Bereiche schnell zu kontrollieren – etwa blockierte Feuerwehrzufahrten, Rettungswege oder Zufahrten zu Krankenhäusern. Gerade dort kommt es auf schnelles Handeln an, weil falsch abgestellte Fahrzeuge Menschenleben gefährden können.
Hinzu kommen wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Elektroroller verursachen geringe Betriebs- und Wartungskosten, benötigen wenig Platz und leisten einen Beitrag zu einer nachhaltigen kommunalen Mobilität. Sie sind damit insbesondere für kleinere und mittlere Kommunen eine attraktive Ergänzung des Fuhrparks.
Motorräder werden Einsatzfahrzeuge nicht ersetzen. Sie können diese jedoch sinnvoll ergänzen und in vielen Lagen einen entscheidenden Beitrag zur Einsatzfähigkeit leisten. Deshalb sollten Bund, Länder, Kommunen und Hilfsorganisationen gemeinsam prüfen, wie Motorrad- und Elektrorollerstaffeln künftig stärker in Konzepte des Bevölkerungsschutzes, des Katastrophenschutzes, der zivilen Verteidigung und der kommunalen Sicherheitsarbeit eingebunden werden können.