Der Bundestag hat den Weg für die digitale Brieftasche freigegeben. Damit sollen Smartphone-Nutzer sich künftig mit ihrem Gerät ausweisen und Verträge schließen können. Ab 2027 dient das Smartphone als Personalausweis. Die Nutzung von d-you ist freiwillig.
Kommunen bis zum 2. Januar 2027 „wallet-ready“ machen
Die digitale Brieftasche "European Digital Identity Wallet" – kurz „EUDI-Wallet“ – soll ab dem 2. Januar 2027 allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen. Ab diesem Zeitpunkt müssen auch die kommunalen Behörden vorbereitet sein, die EUDI-Wallet als Login- und Identifizierungsmittel zu akzeptieren. Zudem müssen sie parallel schrittweise digitale Nachweise prüfen und unmittelbar in ihren Verfahren verarbeiten können.
Die drei kommunalen Spitzenverbände Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutscher Städtetag und Deutscher Landkreistag haben in einem gemeinsamen Papier die erforderlichen Maßnahmen formuliert, damit die Kommunen in der Fläche „wallet-befähigt“ werden.
Berliner Sondierungspapier Rot-Grün-Rot zum Bürokratieabbau und zur Digitalisierung
Das Berliner Sondierungspapier verbindet Bürokratieabbau mit einer stärker bürgerorientierten und digital gestützten Verwaltung. Berichts- und Dokumentationspflichten sollen grundsätzlich entfallen, sofern sie nicht ausdrücklich begründet werden; ein „Bürokratie-TÜV“ soll dies unterstützen. Verwaltungsleistungen sollen digital und nach Lebenslagen erreichbar sein, Daten nur einmal abgefragt werden. Eine KI-Offensive soll Beschäftigte entlasten.
Für die Verwaltung sind klarere Zuständigkeiten, eine stärkere gesamtstädtische Steuerung durch den Senat und handlungsfähige Bezirke vorgesehen. Nach dem Angriff auf das Berliner Landesnetz setzt das Papier auf mehr IT-Sicherheit: verpflichtende Angriffserkennung in allen Dienststellen, eine stärkere zentrale Steuerung und mehr Befugnisse für den CISO. Außerdem sollen die IT-Landschaft vereinheitlicht, Lösungen anderer Länder und Kommunen nachgenutzt und Cloud-Angebote auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit geprüft werden.
Viel Streit um Grundsteuer: OVG verhandelt Klage aus Bochum
Viele Kommunen haben die Grundsteuer erhöht. Ein Gesetz erlaubt für bewohnte und nicht bewohnte Grundstücke unterschiedliche Hebesätze, es gab Streit vor Gerichten. Nun entscheidet das OVG Münster.
Bayerns Kommunen stecken erneut tief in den roten Zahlen
München: Bayerns Kommunen stecken weiterhin tief in den roten Zahlen. Im ersten Halbjahr beträgt das Haushaltsloch über vier Milliarden Euro, wie aus der Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der Landtags-Grünen hervorgeht. Die Grünenabgeordnete Claudia Köhler spricht von einem gewaltigen Warnsignal. Finanzminister Füracker sieht den Bund in der Pflicht. Es könne nicht sein, dass in Berlin Gesetze mit neuen Rechtsansprüchen und hohen Standards verabschiedet würden, insbesondere im Sozialbereich, die Finanzierung dafür aber die Kommunen schultern müssten, sagte der CSU-Politiker. (Quelle: Sendung: Bayern 2 Nachrichten, 18.10.2026 07:00 Uhr)
Der Abschied von der alten Nachhaltigkeit – und was er ökonomisch bedeuten könnte
Das alte Nachhaltigkeitskonzept hat ausgedient. Statt Weltrettungsrhetorik und moralischer Appelle braucht es realistische Lösungen, ökologische Leitplanken und Offenheit für gesellschaftlichen Wandel.
Führerschein könnte 1.000 Euro günstiger werden
Wie viel spart man wirklich durch die Führerscheinreform? Verkehrsminister Steffen Bilger nennt erstmals konkrete Zahlen – und erklärt, warum nicht alle Fahrschüler gleichermaßen profitieren.
Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Bürgerbeteiligung
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeit von öffentlichen Verwaltungen. Die gute Nachricht: Bürger:innen können künftig viel besser an politischen Prozessen beteiligt werden. KI-gestützte Anwendungen werten Beiträge aus, bauen Sprachbarrieren ab und moderieren selbst Diskussionen.
Das Potenzial ist groß – doch KI ist kein Selbstzweck. Ihr Einsatz kann weder die politische Bereitschaft ersetzen, die Perspektiven von Bürger:innen tatsächlich zu berücksichtigen, noch demokratische Urteilsbildung und menschliche Verantwortung übernehmen. Entscheidend ist daher, wo KI-Beteiligung sinnvoll unterstützen kann und welche Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen Einsatz erfüllt sein müssen.
Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein neuer Policy Brief der Bertelsmann-Stiftung. Er ist eine Zusammenfassung des gemeinsam mit der OECD entwickelten Papiers Artificial Intelligence and the Future of Citizen Participation. Auf Grundlage von 50 Praxisbeispielen aus 22 Ländern stellt die Publikation neun Anwendungsbereiche von KI vor, untersucht deren Chancen und Risiken und formuliert Empfehlungen für Politik und Verwaltung. Beide Publikationen sind nur in englischer Sprache verfügbar.
Rettungsdienst und Notaufnahmen sollen entlastet werden: Bundestag stimmt für Reform der Notfallversorgung
Der Bundestag strebt mit der Reform eine zielgenauere Versorgung bei medizinischen Notfällen an. Zugleich wurden Korrekturen am Krankenkassen-Sparpaket beschlossen.
BVG will ab 2029 rund 3.600 neue Fahrkartenautomaten aufstellen
Die BVG will den Fahrkartenkauf auf neue Verkaufsterminals umstellen. Rund 3.600 dieser Automaten sollen in Bussen, Straßenbahnen und auf U-Bahnhöfen schrittweise ab 2029 aufgestellt werden.
Glasfaser: die sicherere Alternative?
Die Netze für die Telekommunikation gehören zur kritischen Infrastruktur. Doch alte Kupferleitungen sind im Katastrophenfall anfällig. Glasfaser bringt einige Vorteile – hat aber auch Tücken.
Pin-Rücksetzungsdienst wieder online möglich
Um sich online bei Unternehmen und Behörden auszuweisen, bedarf es einen aktivierten Online-Ausweis und ein sog. PIN. Viele Menschen wissen ihre PIN nicht mehr und mussten Sie bisher umständlich vor Ort beantragen. Jetzt ist es durch die Wiedereinführung des Online-Rücksetzungsdienstes wieder einfach möglich. Wer seine PIN nicht mehr weiß, kann hier eine neue anfordern. Es funktioniert, wie der Autor dieser Zeilen selbst feststellen konnte.