Notstromversorgung: Eine Herausforderung für Länder und Kommunen
Regionale Lösungen und private Partnerschaften können die Krisenvorsorge stärken.
Angriffe auf Stromleitungen und andere kritische Infrastrukturen zeigen, wie verwundbar unsere Energieversorgung ist. Eine nachhaltige Entspannung der Sicherheitslage ist nicht absehbar. Deshalb gewinnt die Frage an Bedeutung, wie Länder und Kommunen auch bei länger anhaltenden Stromausfällen eine verlässliche Notstromversorgung sicherstellen können. Sie ist ein unverzichtbarer Baustein der Daseinsvorsorge und des Bevölkerungsschutzes.
Natürlich sind die finanziellen und personellen Ressourcen gerade in den Kommunen begrenzt. Auch die Länder können nicht unbegrenzt Mittel bereitstellen. Mit dem Pakt für den Bevölkerungsschutz und den vorgesehenen Investitionen des Bundes in den Zivilschutz werden jedoch wichtige Voraussetzungen geschaffen, um unter anderem Fahrzeuge, technische Ausrüstung und Notstromversorgung zu stärken.
Ein sinnvoller Ansatz wäre, die Notstromversorgung stärker regional zu organisieren. Statt dass jede Kommune eigene Aggregate beschafft, lagert, wartet und regelmäßig auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft, könnten Kreise und größere Kommunen gemeinsam auf regionale Notstromkapazitäten zurückgreifen.
Denkbar wäre ein Netz aus containerbasierten Notstromaggregaten, die an geeigneten Standorten vorgehalten, regelmäßig gewartet und im Krisenfall kurzfristig transportiert und angeschlossen werden können. Private Unternehmen könnten diese Aufgaben unter klar definierten behördlichen Vorgaben übernehmen – einschließlich Wartung, Funktionskontrolle, technischer Bereitstellung und schneller Einsatzfähigkeit.
Auch Leasingmodelle verdienen eine Prüfung. Sie könnten Kommunen hohe Anfangsinvestitionen ersparen und sicherstellen, dass die Technik fachgerecht gewartet und bei Bedarf einsatzbereit ist. Entscheidend sind dabei klare Vereinbarungen über Verfügbarkeit, Reaktionszeiten, Treibstoffversorgung und den tatsächlichen Anschluss an die zu versorgenden Einrichtungen.
Ein solches Modell muss praktisch erprobt werden. Regelmäßige Übungen mit Kommunen, Feuerwehren, Energieversorgern und privaten Betreibern würden zeigen, ob die Abläufe im Ernstfall funktionieren.
Unser Ziel muss sein, nicht nur Notstromaggregate zu besitzen, sondern im Krisenfall tatsächlich Strom liefern zu können. Regionale Kooperation, verlässliche Betreiber und eine planvolle Vorbereitung können dazu beitragen, die kommunale Resilienz zu stärken – wirtschaftlich, schnell und mit klarer Verantwortung. (Gerd Landsberg)